LUBW-Bericht zum Feinstaubsensor

Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) hat Messungen mit dem SDS011 Sensor vorgenommen, die mit einem kalibrierten Profigerät verglichen wurden. Die Ergebnisse des Vergleiches sind jetzt in einem Bericht verfügbar:

Messungen mit dem Feinstaubsensor SDS011 – Ein Vergleich mit einem eignungsgeprüften Feinstaubanalysator

Zitat aus dem Fazit:

Die Messwerte des Staubsensors SDS011 und des Feinstaubmonitors der Firma Grimm weisen an Tagen mit einer mittleren Luftfeuchtigkeit von ca. 50 – 70 % r. F. und einer Staubbelastung unter 20 μg/m3 eine zufriedenstellende Korrelation auf. Prinzipiell reagieren die Sensoren SDS011 jedoch auf Schwankungen der klimatischen Bedingungen wie Luftfeuchte, Luftdruck und Lufttemperatur, wodurch deutliche Abweichungen der Messwerte im Vergleich mit dem kalibrierten Feinstaubmonitor der Firma Grimm auftreten.

Da sich jedoch keine eindeutige Abhängigkeit der angezeigten Sensoren-Werte von den klimatischen Verhältnissen ableiten lässt, ist es nicht möglich eine einfache Korrekturformel zur Verbesserung der Korrelation zu erstellen.

Außerdem liefern die SDS011-Sensoren je nach Charge unterschiedlich gute Werte.

Der Dank gilt der LUBW für die Durchführung der Messungen und die Auswertung sowie den Bericht.

Messungen mit dem Feinstaubsensor SDS011

8 Antworten
    • Jan
      Jan says:

      Der LUBW Bericht behandelt nicht den gesundheitsrelevanten PM 2,5 Feinstaub. Hier misst der Sensor mit einem nahezu identischen Kurvenverlauf zu einem Profimessgerät (vgl. Materialprüfanstalt Universität Stuttgart). Wir sind mit der LUBW im ständigen Austausch. Offiziell werden Peak-Werte gemessen, bei uns geht es um ein Screening und Erfassen der Gesamtsituation.

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      • Waldemar
        Waldemar says:

        Interessant, den Hinweis auf die Materialprüfungsanstalt habe ich auch in dem Vortrag auf dem CCC entdeckt. Im Netz lässt sich dazu aber nichts finden, jedenfalls ist es mir nicht gelungen. Mich wundert auch, dass es eine solch wichtige Quelle nicht auf der Webseite verlinkt wird.

        Jeder Sensor wird durch äußere Einflüsse beeinträchtigt. Dazu gibt es in dem Projekt aber keinerlei Infos oder kritische Aufarbeitung. Dazu kommt, dass es viele Emittenten von Feinstaub gibt und nicht jeder Feinstaub ist „schlechter“ Feinstaub.

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        • Jan
          Jan says:

          „Wir haben dann festgestellt, das die Sensoren von OK Lab im Bereich der kleinen und der mittleren Feinstaubpartikel PM 1 und PM 2,5 eigentlich sehr gut zu dem Profimessgerät passen. Hier sind praktisch die beiden Signale die der kostengünstige Sensor produziert und man sieht eigentlich sehr schön, dass diese Signale eigentlich sehr gut übereinstimmen.“
          Jürgen Frick, Universität Stuttgart
          Ab Minute 2:10: SWR Landesschau – Feinstaub-Messgerät für 30 Euro.

          „Sensor 2 (SDS011) korreliert mit Grimm OPC 1.109 für PM1 und PM2,5“
          Quelle: Validierungsversuche mit kostengünstiger Feinstaubmesstechnik und erste Ergebnisse des Sensor-Netzwerks Stuttgart.

          „Natürlich könnten die günstigen Sensoren nie so gut sein, wie die geeichten Laborgeräte für 20 000 Euro, sagt Ulrich Vogt, der Leiter der Abteilung „Reinhaltung der Luft“ an der Uni Stuttgart. Aber wenn die Geräte flächendeckend eingesetzt würden, ergebe sich ein gutes Bild der Feinstaubbelastung in der Stadt. Vor allem um Kleinstpartikel mit einer Größe von unter 2,5 Mikrometern, den sogenannten PM2,5-Wert, zu messen seien die Sensoren offenbar gut geeignet, so Vogt. „Je feiner die Partikel sind, desto gefährlicher sind sie“, sagt der Wissenschaftler.“
          Quelle: StZ – Feinstaub messen selbst gemacht.

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  1. Andreas
    Andreas says:

    Hallo,

    danke für die Zusatzinfo! Werden die PM2,5 Messwerte auch von der Feuchtigkeit beeinflusst bzw. wurde dies auch untersucht?

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    • mysli
      mysli says:

      Nachts steigen hier die Werte immer an. Ich vermutete, dass wird etwas mit der Feuchtigkeit/Temperatur zu tun haben. Aber in der obigen Zusammenfassung heißt es:
      „Da sich jedoch keine eindeutige Abhängigkeit der angezeigten Sensoren-Werte von den klimatischen Verhältnissen ableiten lässt, ist es nicht möglich eine einfache Korrekturformel zur Verbesserung der Korrelation zu erstellen.“

      Schade, denn ich dachte, mit dem BME 280 könnte man die Kurven ausgleichen. Da gibt es noch einiges zu tun.. .

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      • Leonix
        Leonix says:

        Man müsste mal zwei Sensoren vergleichen: einen mit beheizter Aussenluft (wodurch eventuelle Nebeltröpfchen aufgelöst werden) und einen Original, wobei man sich überlegen müsste wie man die Luft anwärmt, ohne mit der vorgebauten Technik da möglicherweise zu filtern …

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